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Er glaubte Eine ihrer Sinne völlig Beraubte zu fin⸗ den, und betrat die Kammer; kaum hatte er aber das In⸗ nere derſelben mit flüchtigem Auge überflogen, als er er⸗ ſtaunt zu dem wunderlieblichen, unerwarteten Bilde empor⸗ ſchaute, das ſich hier ſeinem Blick entfaltete.
In dem, durch die ſchweren, rothen Vorhänge gemil⸗ derten, roſigen Licht, ſaß ein reizendes, junges Mädchen, ganz weiß gekleidet, und ihre Hände wie betend ineinander gefaltet, während die faſt durchſichtig weiße Haut durch rabenſchwarze Locken, die voll und üppig über Schläfe und Nacken herniederfielen, begrenzt wurden. Ihre Augen waren geſenkt, und die langen, ſeidenen Wimpern ruhten anf ſeder Wange.
„Und dieß iſt die Wahnſinnige?“ flüſterte Ravoni; „bei meinem Leben, ſie gleicht eher einem wunderherrlichen Heiligenbilde, als einem menſchlichen, irdiſchen Weſen.“
Mabel ſchlug die Augen langſam empor, bis ſie auf dem liebevoll zu ihr niederſchauenden Bilde über dem Kaminſims hefteten und flüſterte leiſe:
„Meine Mutter!“
Ein leiſes Geräuſch lockte ihre Aufmerkſamkeit zur Seite, und zuſammenſchaudernd ſah ſie die glühenden Blicke des fremden Mannes auf ſich geheftet.
„Erſchrick nicht, mein Kind,“ ſagte dieſer mit ſeiner leiſen, melodiſchen Stimme;„ich komme, Dich zu Deinem Vater zu führen.“


