Teil eines Werkes 
3. Bd. (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4

Weil wir aber doch gerade von Salbung reden, wie wär's, wenn ich da ein wenig Brandy verſuchte.“

Mit demſelben Lächeln auf ſeinem breiten, runden Ge⸗ ſicht, das ihm die Banknoten⸗ Zuneigung der reichen, alten Damen ſeiner Heerde gewann, und die Herzen ſämmtlicher Patent⸗Evangeliſten entzückte und bezauberte, näherte ſich der Ehrwürdige Mann einem kleinen, halbverſteckten Wand⸗ ſchränkchen, nahm eine dickbäuchige, funkelnde Caraffe dar⸗ aus hervor, und füllte ſich ein Glas voll trefflichen, öhlichen Cogniacs. Dieſes dann eine Weile vor ſich haltend, erfreute er ſich an dem im Strahl der Lampe blitzenden und ſchim⸗ mernden Purpurglanz des Feuertranks, ſchmatzte laut und wohlbehaglich die fetten Lippen zuſammen, und hob dann das Glas mit augenſcheinlichem Wohlbehagen an den halb⸗

geöffneten Mund.

„Sehr guter Brandy, das,“ murmelte er nach kurzer, inhaltſchwerer Pauſe und tiefem Athemzuge, indem er Glas und Caraffe wieder in das Schränkchen zuruckſtellte—„ſehr guter Brandy das— der alte Swipes— Einer unſerer Aelteſten, ſchickte mir das Fäßchen aus Verſehen— er glaubte, es wäre Wein. Sollte bei feierlichen Gelegenheiten zum Kirchendienſt verwandt werden; nun gut, ich genieße ihn dafür— iſt eben ſo gut, als ob es die Kirche thäte, re⸗ präſentir' ich ſie denn nicht?“

Der Ehrw. Herr ließ ſich dann bedächtig in einem gro⸗ ßen, weiten Armſtuhl, neben dem Feuer nieder, und eine