Nein wahrhaftig— nicht viel, doch komm, Living⸗ ſtone, wir wollen fort— dieß iſt kein Platz und keine Zeit für Euere Rache.“
„Gleich— gleich— nur noch einmal muß ich hinein.“—
„Hinein! weshalb! was wollt Ihr thun!“
„Komm!“ ſagte der Kaufmann, und ſchlich leiſe, den Freund an der Hand, zu dem kaum verlaſſenen Gemach zurück.
„Alles ruhig!“ flüſterte Luhk—„die können ſchlum⸗ mern, während der Tod an ihrem Bette Wache hält. Peſt, wie der Burſche ſchnarcht.“
Eine lange Pauſe entſtand jetzt, und kein Wort, kein Athmen entſchlüpfte des Mannes Lippen, kein Seufzer ver⸗ rieth die in ſeiner Bruſt verſchloſſene Qual.
„Livingſtone,“ flüſterte Luhk endlich—„wo ſeid Ihr! Hol's der Teufel, Mann, ich höre Euch ja nicht einmal Athem holen; das Licht mag ich nicht öffnen, ſie könnten wieder aufwachen.“
Livingſtone trat leiſe zu ihm hinan, nahm ihm ſanft die Laterne aus der Hand, öffnete die Blende, und glitt noch einmal zu dem Bett, aber ein Lächeln überflog ſein Antlitz als er das Meſſer auf das Tiſchchen wieder niederlegte, und dort aus einem kleinen Arbeitskörbchen eine Scheere nahm, mit der er, ohne weiter ein Wort zu äußern, eine Locke von Algernons Schlaf trennte. Zu gleicher Zeit nahm er das, durch


