Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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„Das iſt Unſinn,“ flüſterte er mit leiſem ärgerlichen Ton.„Steh' auf Marie— Du glaubſt doch nicht, daß ich Dir ein Leides thun möchte?“

Er bog ſich nieder ſie aufzuheben, ſie bebte aber vor ſeiner leiſeſten Berührung zurück, als ob ſchon das Gift ſeiner Nähe ſie erſchrecke.

„Marie— ich wünſche, daß Du Dich erhebſt!“

Seine geballten Hände bebten, als er ſprach, und Zor⸗ nesröthe färbte ſeine Schläfe.

„Oh Lorraine,“ rief ſie, und warf ſich vor ihm auf ihre Kniee nieder—„o Lorraine— Du kannſt mich nicht kränken wollen— das biſt Du ſelbſt nicht, der jetzt mit mir ſpricht— Du würdeſt nicht ſo zornig und finſter zu mir niederſchauen, Deine Stimme könnte nicht ſo rauh und befehlend klingen, wenn ſie meinen Namen rief. Du biſt es nicht Lorraine, den ich ſehe; es iſt— wehe mir— es iſt ein böſer Geiſt.“

Sie ſah es war ein böſer Geiſt, der vor ihr ſtand, und dennoch hob ſie bittend— um Erbarmen bettelnd, die Arme zu ihm empor.

Armes, reines, unſchuldiges Herz— ſie war ſich ſelbſt nicht klar was ſie fürchtete. Nicht die Verachtung der Welt— die kannte ſie ja noch nicht— nicht die Schande ſelbſt— die ihr nur in ungewiſſen Ahnungen vorſchwebte, nicht die ſcheußliche Sünde, wie ſie die menſchliche Ge⸗ ſellſchaft mit ihren Millionen Augen und Zungen fürchtet und verabſcheut, ſo daß ſie die Schuld des Mannes, ſelbſt