Teil eines Werkes 
2. Bd. (1853)
Entstehung
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aber ihrem— Bräutigam wird ſie ihre Baarſchaft doch nicht verſchließen?

Ihrem Bräutigamse ſagte der Schneider, und drehte ſich erſchreckt nach Fiſcher um— ich ſoll doch nicht etwa die dicke Wittwe heirathen?

Fiſcher lachte laut auf, antwortete aber nicht gleich, denn im Grunde wär's ihm ganz egal geweſen, ob Meier die dicke keifende Wittwe geheirathet hätte oder nicht, ſo er nur zu ſeinem Gelde kam, und da⸗ durch auch vielleicht die Ausſicht gewann, einen künf⸗ tigen vortrefflichen und zahlungsfähigen Kunden an dem Schneider zu behalten. So viel ſah er aber doch ein, Meier würde ſich unter keiner Bedingung gutwillig dazu verſtanden haben, den Bund der heili⸗ gen Ehe mit der Frau zu ſchließen, und da er über⸗ dieß urſprünglich einen ganz anderen Plan gehabt, ſo ſäumte er denn auch nicht länger, dieſen, und zwar jetzt mit vorſichtig gedämpfter Stimme, dem Freunde mitzutheilen.

Der Plan beſtand aber wirklich in nichts Ge⸗ ringerem als einem fingirten Eheverſprechen, das, allen Ernſtes gemacht, jeden Falls im Stande ſein würde, der reichen Wittwe eine hinlängliche Summe abzulocken, wenigſtens die Schulden des kleinen Schneiders abzuzahlen. Fiſcher ſtellte ihm dabei mit