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„Aber, mein Herr Baron,“ rief der etwas ausgetrocknete Herr, indem er ſein ſcharf mar⸗ kirtes Geſicht in ein ſüßliches Lächeln zog, „man wird Ihrer ja gar nicht habhaft, und ich habe mir bis jetzt die größte, wenn auch immer vergebliche, Mühe gegeben, Ihnen auch nur ein⸗ mal für einen Moment beizukommen.“
„Herr Geheimer Medicinalrath, ich ſtehe ganz zu Ihren Dienſten,“ ſagte unſer alter Freund, Hugo von Silberglanz, mit einer tiefen Verbeu⸗ gung,„Sie haben nur zu befehlen.“
„Zu bitten, Verehrteſter, zu bitten, nämlich um einige Data über Ihre franzöſiſche Reiſe.— Ach Paris, Baron— es giebt doch nur ein Paris!“
„Da kommen Sie uns zu Hülfe, mein lieber Medicinalrath,“ ſagte Fräulein von Zahbern, die an ſeiner Seite ſtand.„Aus dem Baron iſt aber nicht ſo viel herauszubekommen. Wiſſen Sie, daß
ich ihn in Verdacht habe, in Paris unter die
Freimaurer gegangen zu ſein?“ „Ich glaube ſchwerlich, daß er dazu in Pa⸗
ris wird Zeit gehabt haben,“ lächelte die Frau
Geheime Medicinalräthin, eine volle üppige Ge⸗ ſtalt, neben der ihr Gatte ſich in den Falten ſei⸗
nes Fracks zu verlieren ſchien.
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