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„Herr von Silberglanz,“ ſagte ſie, und ſo kalt und ruhig ſie dabei blieb, bebte doch ihre Stimme und verrieth die Aufregung, in der ſie ſich befand,„ich muß Sie jetzt bitten, mich zu verlaſſen und heute nicht zu mir zurückzukehren.“
„Den ganzen Tag nicht— und wollen Sie meinen Tod?“
„Laſſen Sie jetzt Ihre Uebertreibungen,“ un⸗ terbrach ihn die Frau, und ihre Brauen zogen ſich finſter zuſammen.„Sollte ich noch in den Fall kommen, Ihren Beiſtand in Anſpruch zu nehmen, ſo müſſen Sie dabei wie ein Mann, nicht wie ein junger verliebter Geck handeln, und vor Allem dürfen wir hier keinen Verdacht er⸗ regen. Sind Sie in eigener Equipage gekommen?“
„Nein, mit einem Lohnkutſcher von der letzten Eiſenbahn⸗Station.“
„Deſto beſſer. Haben Sie irgend einen ver⸗ nünftigen Vorwand, ſich heute den Tag über hier im Orte aufzuhalten?“
„Vortrefflichen,“ lautete die raſche Antwort, „ich erkundige mich nach den Kornpreiſen und ſehe mir das Getreide an, kaufe auch, wenn ich es zu einem annehmbaren Preiſe bekommen kann, und adreſſire es an eine Firma in*es.“


