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umgebracht hat,“ ſagte der Schulze.„Weßhalb habt Ihr ihn denn vom Hofe gejagt?“
3„Ich weiß es nicht,“ erwiderte Gottlieb,„er iſt wohl unverſchämt gegen den gnädigen Herrn geweſen, denn er war oben bei ihm im Zimmer und hatte ein ſchrecklich großes Maul, wie uns der Baron hinaufrief; der war aber ganz ruhig und befahl uns nur, wir ſollten den Beſoffenen vor's Thor bringen und nicht wieder in's Gut hineinlaſſen.“
„Na, Müller,“ ſagte der Schulze,„wenn ihm wirklich was Menſchliches begegnet wäre, könntet Ihr Euch tröſten— und das Dorf auch. Freude hätten wir an dem Tobias nicht mehr erlebt.“
„Das iſt wohl wahr,“ ſagte der Müller,„und die Haare würde ich mir deßhalb nicht ausraufen. Es bleibt aber doch immer meiner Frau Vater, und daß mir die Leute ſpäter nachſagten— wenn's auch nicht wahr wäre— daß ich ihn draußen auf der Straße hätte liegen und umkommen laſſen, das könnt Ihr ebenfalls glauben.“
„Dann beruft Euch nur auf uns hier im
Dorfe, Müller,“ beruhigte ihn der Schulze,„Ihr habt an den faulen Strick gethan, was kein An⸗ derer gethan hätte, und braucht Euch wahrhaftig keine Gewiſſensbiſſe darüber zu machen. Jetzt


