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drüben liegt das Gut, das der Herr Baron ge⸗
pachtet hat.“
„So?— das iſt Schildheim?“ ſagte der Fremde mit großem Intereſſe,„alſo ſind wir jetzt auch gleich im Dorfe?“
„Wird nicht mehr lange dauern— da vorn liegt's ſchon,“ ſagte der Kutſcher, und während er mit leiſem Schnalzen die Peitſche ſchwang, leg⸗ ten ſich die Pferde von ſelber mehr in den Zug, als ob ſie den ihrer wartenden Hafer und den warmen Stall ſchon witterten. Es dauerte auch nicht lange, ſo erreichten ſie die erſten Außenge⸗ bäude, und bald darauf hielt das leichte Fuhr⸗ werk vor dem Stern, an dem ſie der Wirth mit abgezogenem Käppchen bewillkommte und Gaſt wie Pferden vortreffliches Unterkommen verſprach.
Zu gleicher Zeit kam von der andern Seite die Briefpoſt durch das Dorf, hielt am Wirths⸗ hauſe, die Briefe für Dorf und Gut abzugeben, und raſſelte dann weiter. Ein Knecht aber, der um dieſe Zeit immer vom Gute herabgeſchickt wurde, etwa eingetroffene Briefe und Zeitungen in Empfang zu nehmen, that die erhaltenen. Pa⸗ piere in einen hierzu beſtimmten ledernen Beutel und wollte damit ungeſäumt nach Hauſe zurück⸗ kehren, als er von Jemandem angerufen wurde.


