Teil eines Werkes 
2. Bd. (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

11

mit leerem Titel, ohne Vermögen eine Pach⸗ terstochter auf dem Lande, die ſich in Sieg und Jubel ihre Bahn im Leben ſelbſt erkämpfen konnte. Und ſie mußte es dulden, mußte zuſehen,

wie hier Tag für Tag in thatenloſer Ruhe lang⸗

ſam, zäh verſtrich es war zum Verzweifeln aber Niemand kümmerte ſich mehr um ihren Schmerz, um ihre Ungeduld. Wo ſie vergöttert war, wurde ſie jetzt ſchon vergeſſen, und wenige Jahre nur vielleicht, und die Leute draußen, das ſchwankende, Veränderung liebende Publicum kannte ſie nicht einmal mehr, und doch nur dieſes ſchwan⸗ kenden, nach Veränderung haſchenden Publicums wegen ſehnte ſie ſich fort aus ihrer ſtillen Häuslichkeit, die Millionen anderer Frauen geſegnet und gehegt haben würden als ihr theuerſtes Kleinod.

Georg hatte in dieſer Zeit viel auf dem Felde und im Walde zu thun, und fand dabei auch in der Jagd eine angenehme und ſeinem Körper zu⸗ ſagende, ſeinem Geiſt entſprechende Erholung Georgine dagegen war viel allein und deßhalb launiſcher als je, ſo daß ihr ſelbſt ihr Vater aus dem Wege ging. Da ſich übrigens im Schloſſe Niemand um ihn kümmerte, und Karl, ſeh ge⸗ gen ſeine Wünſche, den ganzen Tag mit Lernen beſchäftigt gehalten wurde, ſchlenderte der alte