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Das Hintergebäude : Erzählung / von Fr. Gerstäcker
Entstehung
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ihr Mädchen hieß, kniete ſelber madennaß auf der Diele und ging mit außergewöhnlicher Energie gegen jeden noch übrigen trockenen Fleck im Hauſe vor. Und dort? Einen Beſen hochgeſchwungen in der Hand, den Rock aufgeſchürzt und die Aermel in die Höhe geſtreift, ſtand Kunigunde, Bomeiers eheliche Gattin, und lächelte, denn nur in ſolchen Momenten, wo ſie wußte, daß ſich ihr Gatte vollkommen unbehaglich und elend fühlen mußte, ſchwelgte ſie.

Uebrigens trug ſie nicht das geringſte Idylliſche an ſich, was man nach dem eigentlichen Geſchmack Bomeiers doch hätte vermuthen ſollen. Es war eine wohl noch jugendliche, aber corpulente Geſtalt, wenig ſtens vier Zoll größer als ihr Gatte. Toilette ſchien ſie heute auch noch nicht gemacht zu haben, oder hatte die rauhe Arbeit dieſe wieder zerſtört? Das Haar ſchien jedenfalls etwas ſehr in Unordnung gerathen, das alte Kattunkleid, das ſie trug, war naß und un⸗ ſauber, und der Blick, mit dem ſie ihren Gatten em⸗ pfing, ſprach Bände. Wie ſie aber jetzt daſtand, die Haube zurückgeſchoben und ſich auf den langen Beſen⸗ ſtiel mit dem vollen Bewußtſein ſtützte:Ich bin Herr im Haus, hätte ſie ebenſogut für eine losgebrochene Megäre der Revolution mit blutrother Fahne und der Brandfackel gelten können.