Teil eines Werkes 
3. Bd. (1864)
Entstehung
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Die Frau ſeufzte tief auf, ging zu dem Tiſch, ſchrieb ein paar Worte und reichte den Zettel dem jungen Mann hinüber.

„Bitte,“ ſagte dieſer abwehrend,„ſchließen Sie das Blatt in ein Couvert— das Geheimniß iſt nicht für mich.“

Die Frau that auch dieſes; ſie war vollſtändig gebrochen, und zwar mehr durch die Angſt, ihren angemaßten Titel in der Colonie zu verlieren und ihren künſtlich aufgebauten Rang zuſammen⸗ ſtürzen zu ſehen— und der Baron mußte ſchon einen Verdacht gefaßt haben— als durch die Sorge um die Zukunft, die ſie noch nie geküm⸗ mert hatte. Sie lebte nur in dem Augenblicke, dem ſie abrang was ſie konnte; was kümmerte ſie der nächſte Tag?

„Nun bitte ich Sie noch um Eins, Frau Grä⸗ fin,“ ſagte Felix, als er mit einer dankenden Ver⸗ beugung das Papier in die Taſche ſchob und ſie ſcharf dabei anſah—„wie war es möglich, daß Helene bis vor wenig Tagen keine Ahnung davon haben konnte, Sie ſeien nicht ihre wirkliche Mut⸗ ter? Ich begreife das nicht.“

„SHelene,“ ſagte die Frau,„war als Kind zuerſt zu einer Wärterin, dann in Penſion gegeben, und zwar unter einem andern Namen, denn ihre Ge⸗