„Fürchten? Es giebt wenig, was ich auf der Welt fürchte, Comteſſe— und doch könnten Sie Recht haben— ich fürchte ſie vielleicht.“
„Und bietet uns nicht auch gerade die Muſik ſo manchen ſüßen Troſt in Schmerz und Leid!“
„Sie reden, Comteſſe,“ ſagte Felix, faſt ſpöt⸗ tiſch lächelnd,„als ob Sie ſchon ein Leben voll bitterer Erfahrungen hinter ſich und nicht— einen Blumengarten knospender Erwartungen vor ſich hätten.“
„Lieber Gott,“ ſagte das junge Mädchen un⸗ befangen—„Jeder von uns trägt ſeine Laſt an Sorgen und Schmerz, die ſich oft hinter der glat⸗ teſten Stirn verſtecken— wer will ſagen, daß er die ſchwereren trüge.— Aber wir werden zu ernſt,“ brach ſie freundlich ab—„wiſſen Sie, Herr Randolph, daß wir Beide eine merkwürdige Uebereinſtimmung in unſeren Träumen haben?“
„Wir Beide?“
„Ja— auch mir träumte neulich einmal, daß Sie— ſpielen könnten, und doch hatte ich Sie ſelber kaum mehr als einmal und nur flüchtig auf der Straße geſehen. Finden Sie das nicht wunderbar?“
„Allerdings— ſehr wunderbar!“ rief Felix und ſchaute überraſcht zu ihr auf, Helene ſah


