Teil eines Werkes 
3. Bd. (1864)
Entstehung
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Helene ſaß am Fenſter, hatte den Kopf in die

Hand geſtützt und ſchaute nach dem letzten Streifen fahlen Lichtes, der noch den weſtlichen Horizont begränzte, und die Conturen des maleriſch einge⸗ ſchnittenen Gebirgszuges ſcharf und deutlich in der klaren Luft abzeichnete.

„Wenn nur der Jeremias heute Alles richtig beſorgt hat,“ ſagte die Mutter endlich und ſuchte vergebens in dem Spiegel eine Frontanſicht von ihrem Rückgrat zu bekommen—„ich traue ihm nicht recht; er iſt ein ganz entſetzlicher Menſch mit ſeinen Verkehrtheiten.“

„Ein Irrthum war dieſes Mal in den Ein⸗ ladungen nicht möglich,“ ſagte Helene,„denn er hatte ja alle Namen deutlich aufgeſchrieben.“

„Aufrichtig geſagt,“ fuhr die Mutter fort,„iſt es mir nicht recht angenehm, daß wir bei der heutigen Gelegenheit gerade wildfremde Menſchen haben, von denen ein paar ſogar mit dem frü⸗ heren Director eng liirt waren. Der Baron wird wieder ſchön über die„bürgerliche Verſamm⸗ lung“ die Naſe rümpfen.“

„Es ſollte mir leid thun,“ ſagte Helene gleich⸗ gültig,„wenn der alte Adel des Barons ſich dadurch unangenehm berührt fände; wenn er aber unter ſeines Gleichen leben wollte, hätte er nicht