wenn der Huf eines Pferdes auf der harten Straße hörbar wurde.— Und Günther kam noch
immer nicht, trotzdem, daß er ſeit zehn Uhr Mor⸗
gens fort war, und oft ſchon hatte der junge Mann ſelber in den Hof gewollt, um ſein eigenes Pferd zu ſatteln und ihm entgegen zu reiten, je⸗ doch immer wieder ſeine Ungeduld bezähmt. Jetzt litt es ihn nicht länger mehr; er griff ſeinen Hut auf und wollte eben fort, als die Thür aufging und der längſt Erſehnte eintrat.
„Endlich, endlich!“ rief Könnern ihm entge⸗ gen—„wo ſind Sie nur ſo lange geblieben— und ich habe nicht einmal Ihr Pferd gehört?“
„Ich bin zu Fuß gekommen.“
„Zu Fuß? Und iſt Alles geordnet?“
„Das war ein böſer Nachmittag, Freund,“ ſeufzte Günther, ſeinen Hut auf den Tiſch wer⸗ fend—„und wär' es nicht Ihnen zu Liebe ge⸗ weſen, ich hätte mich dem im Leben nicht unter⸗ zogen. Aber welchem Fremden hätten wir es anvertrauen können, ohne den Klatſch augenblick⸗ lich durch die ganze Colonie getragen zu haben. Nun— jttzt iſt es Gott ſei Dank überſtanden und Sellbachs— oder Meiers, wenn Sie wollen — ſind abgereiſt.“


