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„Liebe— Liebe,“ ſagte die Frau Gräfin, ſich hin und her wiegend—„in unſerem Stand wird ſelten eine Heirath aus Liebe geſchloſſen. Haſt Du eine andere Wahl, ſo nenne ſie— haſt Du ſie nicht, ſo ſei vernünftig.“
„Warum läßt Du mich nicht Stunden geben?“ fragte Helene raſch— ich habe Dich ſo oft darum gebeten.“
„Damit könnteſt Du Dich ſelber am Leben erhalten, und was wird dann aus mir, was aus Oskar? Aber thu' es— thu' es nur— was kümmerſt Du Dich um Deine Mutter; die mag dann untergehen und verkümmern, wie ſie will— es iſt ja nur die Mutter!“
Helene hatte ſich auf den Stuhl an's Fenſter geſetzt, ſtützte den Kopf auf ihre linke Hand und ſah, von ihren Gedanken gequält, hinaus in's Leere. Endlich ſtand ſie auf, ein ſchwerer Seufzer hob ihre Bruſt, und ſie ſagte leiſe:
„Thu', was Du willſt, Mutter— den Vor⸗ wurf ſollſt Du mir wenigſtens nicht machen können.“
„Und morgen Abend haben wir die Geſell⸗ ſchaft?“ fragte die Gräfin, und ein triumphiren⸗ des Lächeln zuckte über ihre Züge.
„Richte es ein wie Du willſt,“ wehrte Helene ab—„ich ſage Dir ja, ich füge mich Allem, aber


