51
ich doch am Ende unrecht, als ob ich ſchlecht ge⸗ handelt hätte.“
„Und kann eine Handlung ſchlecht ſein, die Geſetz und Religion auf ihrer Seite hat?“ fragte der Mann.
„Ach nein, nein,“ ſagte die Frau raſch—„es find ja auch nur manchmal die albernen dummen Gedanken. Sprechen Sie mir nur Troſt und Zuverſicht ein, lieber Herr, nachher wird ſchon Alles gut werden. Es iſt— es iſt mir nur noch Alles hier ſo neu, ſo fremd, und ich ſollte eigent⸗ lich recht, recht glücklich ſein, denn mein— früherer Mann darf mich jetzt nicht mehr auszanken und ſchlagen, und— ich werde die alte vergangene Zeit ja auch bald vergeſſen.“
„Das werden Sie, liebes Kind,“ ſagte der Braſilianer,„und ſich außerdem auch noch voll⸗ kommen ruhig und ſicher fühlen können, denn gleich nach dem Eſſen werden die Pferde kommen, welche Sie nach Santa Catharina bringen ſollen.
Dort hat Ihr Herr Gemahl eine ſehr hübſche Be⸗
fitzung, und Sie werden dort alles Leid, alle Sorgen bald und ſchnell— vergeſſen,“ ſetzte er
langſamer hinzu und horchte nach der Thür hin⸗
über, von der ein merkwürdiges Geräuſch her⸗
ſchallte. Es war faſt, als ob Jemand um Hülfe 14


