Sein Humor ſchien aber dafür deſto beſſer; er pfiff fortwährend bei der Arbeit, aber ob aus eigener fröhlicher Laune oder vielleicht die Vor⸗ übergehenden und die Nachbarn wiſſen zu laſſen, daß er ſich den Henker um Einen von ihnen ſcheere, ließ ſich nicht genau erkennen. Es küm⸗ merte ſich auch Niemand darum.*
Da kam ein einzelner Fußgänger langſam die Straße herauf. Er hatte die Mütze, mit einem Treſſenbande darum, ſchief und herausfordernd auf dem linken Ohr, beide Hände in den Taſchen einer alten Militärhoſe, die Weſte um einen Knopf zu hoch eingeknöpft und den blauen Lein⸗ wandrock fleckig und an der Schulter eingeriſſen, außerdem aber eine kurze, ſchmutzige Porzellan⸗ Pfeife im Munde und einen roth und grünen Tabaksbeutel vorn im Knopfloch hangen.
Wie er dem Hauſe gegenüber war, blieb er ſtehen und las das Schild, beſah ſich dann auf⸗ merkſam den im Fenſter ſitzenden Eigenthümer, ging ohne Weiteres zu ihm hinüber, lehnte beide Arme auf das Fenſterbret und ſagte:
„Guten Morgen, Schneider, wie geht's?“
Es giebt in der Welt eine Phyſiognomik, die wie die Freimaurerei ihre gewiſſen Zeichen unter ſich hat, und nach der ſich verwandte Charaktere


