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eine gewiſſe Entſchuldigung, und die am Meiſten
poetiſche hat ſtets das Gemüth der Frauen, auch wenn
ſie den niedrigſten Claſſen angehören. Bei dieſen iſt es das Grab der Eltern oder das eines Kindes, die alte Dorfkirche, oder das Haus, das ihre erſte Heimath bildete, zu dem ſie ſich zurückſehnen; der Brunnen, an dem ſie Waſſer holten, die alte Linde vor der Pfarrwohnung, wo ſie vielleicht zum erſten Male mit dem jetzigen Manne getanzt, und an die ſie ſich um ſo viel lieber erinnern, weil der Mann gerade damals ſo viel anders war, als er jetzt iſt— der kleine Garten, den ſie beſtellt, das Vieh ſelber, das ſie groß gezogen, das Alles hat ſeinen Anhaltspunkt noch lange nicht verloren, und ob ſie Vieles hier mit der Zeit beſſer und bequemer fin⸗ den mögen, es zieht ſie doch mit einem ganz eigenen Gefühle zurück zu den alten Verhältniſſen. Der Mann dagegen— ich meine hier den gewöhnlichen
Bauer— hat wieder einen ganz andern Anker⸗
grund für ſein Heimweh. Er denkt, wenn er ſich Deutſchland in's Gedächtniß zurückruft, meiſt im⸗
mer an ſeine heimiſche Schenke, an das Bier und
eine Menge anderer proſaiſcher Dinge, zu denen aber doch trotzdem die alte Linde und der alte Kirch⸗ thurm den nebelhaften Hintergrund bilden. Seine „Freundſchaft,“ wie er die Verwandten nennt,


