Teil eines Werkes 
1. Bd. (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

47

es ihm gehe, was er thue und treibe, und er wurde dabei nicht ſatt, ihm zuzuhören. Erſt als Jener Alles erſchöpft, was er darüber zu ſagen hatte, kamen ſie auf die hieſigen Verhältniſſe zu ſprechen, und Bernard Könnern geſtand dem Director daß er, doch einmal in der Welt um⸗ herſtreifend, nur nach Braſilien gekommen ſei, um die Verhältniſſe des Landes, über die er die ver⸗ ſchiedenſten und widerſprechendſten Gerüchte ge⸗ hört, einmal ſelber von Augenſchein kennen zu lernen und dabei für ſeine Mappe zu ſammeln.. Habe er das erreicht, dann kehre er eben wieder nach Europa zurück, denn mit allen Mängeln ſcheine es doch, als ob ihm das Vaterland kein anderer Ort der Welt erſetzen könne.

„Sie haben Recht,“ erwiederte der Director, der ihm ſchweigend zugehört. Je mehr wir von fremden Ländern ſehen, und wenn ſie ſelbſt ihre größte und ſchönſte Pracht entfalten, deſto mehr fühlen wir doch immer, daß ſie uns die Heimath nie erſetzen können— aber um das zu fühlen, dazu gehört eine gewiſſe Quantität Gemüth, und es iſt äußerſt intereſſant zu beobachten, auf welche verſchiedene Art und Weiſe ſich das auch bei den verſchiedenen Naturen äußert, und wie es aus⸗ bricht. Jeder Menſch bildet ſich nämlich dazu