Druckschrift 
Menschenplan und Verhängnis / [Charlotte Elise Wilhelmine von Gersdorf]
Entstehung
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21.

Auf dieſe Weiſe verſchwand die gefluͤgelte Zeit, Bertha wand ſich kuͤhn, geſchickt und muthig durch die Labyrinthe des Lebens, und panzerte die weiche Bruſt ſo gut ſie konnte mit ihren Minervenſchild, deunoch ritzte ſie ſich an man⸗ chen Dorn und blieb oft genug in den Diſtel⸗ gehaͤg ihrer Laufbahn haͤngen, bis ſie ſich ſchmerzlich losreißen mußte, Auguſte aber bluͤhte zur Jungfrau auf, und ſtand bald unter ihren Blumen die ſchoͤnre da. Funfzehn Jahr ſollte die Kleine werden, und Bertha be⸗ merkte mit Erſtaunen, daß jeder Blick auf der Lieblichen weilte, und von ihr abglitt, wenn ſie der Zufall, wiewohl ſelten genug, in ihre Zimmer fuͤhrte, wenn Geſellſchaft da war da trat der Tod abermals ins Mittel und nahm Auguſtens Tante hinweg, ſo daß dieſer nun nichts uͤbrig blieb als die Zuflucht zu Frau Appollonia, ihrer Großmutter. Frau Weiß huͤtete ſich wohl, den anfangs in Bertha auf⸗ ſteigenden Gedanken Auguſten zu ihrer Geſell⸗ ſchafterin zu erheben, in ihr zu naͤhern, auch