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Menschenplan und Verhängnis / [Charlotte Elise Wilhelmine von Gersdorf]
Entstehung
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-mõõy

Auguſte, der Sorge einer Hofmeiſterin anver⸗ traut war. Schon ſechszehn Jahr alt, bereits in die Welt und an Hof eingefuͤhrt, wo ſie als ein Stern erſter Groͤße zu glaͤnzen begann, war Bertha als man Auguſtens Wiege vom Sterbebette ihrer Mutter in das Haus der Tante trug; Gleichheit der Schickſale, die beiden ſo fruͤh den Genuß der Muttertreue nahm, Wohlgefallen an den ſchoͤnen laͤcheln⸗

den Kinde, vielleicht auch jene dunkle Hinnei⸗

gung der Jungfrau zu den ſchutzbeduͤrfenden

zarten Weſen einer harmloſen Unſchuld, bei

Bertha wohl nur das augenehme Gefuͤhl einer gewiſſen Ueberlegenheit und feſtern Haltung, alles das vereinte ſich um die kleine Auguſte erſt zu Berthas lebendiger Puppe, denn ſtufen⸗ weiſe zu ihren Zoͤgling, zu ihrer Schuͤlerin,

ja endlich zu ihren Liebling zu erheben. Auguſte

erwuchs faſt in den Zimmern des Fraͤnleins, und Frau Weiß, ihre Erzicherin, eine uͤberaus

verſtaͤndige Frau, die einſt ihre Kindheit und nun die Bluͤthen ihrer Jugend pflegte, wurde B