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114 Die rechte Löwenjagd in Algier.
nicht daß ſie oder ihre Jungen angegriffen werde, ſie geht viel⸗ mehr, ſobald ſie Sie erblickt, zur Offenſive über und aus einem ſolchen Kampfe mit heiler Haut davon zu kommen, iſt ſchwer und ſelten.
Im November 1846 hatte ein Löwe ein Pferd erwürgt und in eine Schlucht geſchleppt. Der Fährte nach mußte es eine Lö⸗ win ſein. Ich wartete unter einem Baume. In der erſten Nacht zeigte ſich nichts, in der zweiten ebenfalls nichts; in der dritten endlich erſchien frühzeitig die Frau Mama mit ihren ziemlich heran⸗
gewachſenen Jungen. Der Eine dieſer jungen Löwen witterte be⸗ reits das Pferd, das mit dem Bauche nach oben mitten in der Schlucht lag. Er wollte es anbeißen, als die Alte, die ſich da⸗ neben gelegt hatte, um zuzuſehen, mich erblickte. Unſere Augen hatten einander kaum begegnet, als ſie mit einem Satze auf ihr Junges ſprang, als wolle ſie es erwürgen. Der junge Löwe ent⸗ floh und vor mir blieb nur das todte Pferd. Ein Neuling würde gedacht haben: warum ſchoß ich nicht früher? Ich wußte nur zu gut, daß die Partie noch gar nicht geſpielt und auch nichts weni⸗ ger als leicht zu gewinnen ſei; darum lauſchte ich geſpannt und ſah mich mit der größten Aufmerkſamkeit rings um.
Plötzlich hörte ich zu meiner Linken und faſt hinter mir ein leiſes Raſcheln etwa als ſchlüpfe eine Maus durch einen Buſch. Meine Aufmerkſamkeit richtete ſich alſo dahin und ich erblickte zuerſt ein paar dicke Tatzen, dann einen langen Schnurbart und endlich eine ungeheure Naſe. Ich hatte das Gewehr am Backen und den Finger am Drücker; in dem Augenblicke, als ſich mir auch das ſtiere Auge zeigte, knallte der Schuß und ich war glück⸗ lich damit.
Die Löwin greift nicht frei und offen an; ſie bleibt ſtehen, wenn Sie von ihr erblickt werden und legt ſich nieder ſobald Sie zielen. Sie werden kaum noch etwas von ihr bemerken, ſo ſehr duckt ſie ſich zuſammen. Nach einem Augenblicke aber richtet


