Druckschrift 
Der Löwenjäger / Jules Gerard. Nach dem Franz. von August Diezmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

98 Die rechte Löwenjagd in Algier.

ſchießt. Er muß ſich dieſes Gewehres ſo gut bedienen können, daß er in einer Entfernung von dreißig Schritten die Kugeln aus den zwei Läufen auf einen Punkt ſchießt. Auch ein Piſtol muß er mitbringen, das dieſelben Eigenſchaften wie die Büchſe hat und namentlich ſcharf ſchießt. Beide Gewehre werden mit koniſchen Kugeln mit Stahlſpitzen geladen. Der Löwenjäger in Algier muß überdies im Beſitze zweier Anzüge ſein, eines warmen für den Winter und eines leichten für den Sommer, der indeß den Dornen widerſteht, von denen das Gebüſch ſtarrt.

Ich wünſche ſehr, daß ein ſolcher St. Hubertusbruder mich bald in Konſtantine aufſuche, denn ich ſuche einen Nachfolger. Ja, ich nehme nächſtens meinen Abſchied; die Beine taugen nicht viel mehr, die Büchſe wird der Hand ſchwer, das Bergſteigen fällt der Bruſt beſchwerlich und nur die Augen ſind noch voll⸗ kommen gut. Indeß— findet ſich kein Nachfolger— ſo halte ich aus und ich werde mich glücklich ſchätzen, wenn der heilige Hubertus mir die Gnade erweiſt, mich unter den Krallen und Zähnen eines Löwen ſterben zu laſſen.

Hat Jemand Luſt zu mir zu kommen, ſo warte er nicht lange mehr; er komme da ich noch lebe; wir wollen mit einander gehen wie Brüder und ich werde im Augenblicke der Gefahr da ſein. Iſt der Löwe ſtärker als wir, ſo falle ich zuerſt und mein Tod kann dem Gefährten als gute Lehre dienen.

Sollte ich nicht mehr am Leben ſein, ſo möge ein künftiger Löwenjäger wenigſtens guten Rath von mir annehmen.

Hat er ſich mit den eben erwähnten Waffen verſehen, ſo komme er etwa in der Mitte des April in Algier an; er hat dann ein halbes Jahr gute Witterung vor ſich. Im Winter darf er nicht jagen; die Winter haben mich in meinem dreißigſten Jahre alt gemacht. Auch rathe ich ihm jedes Jahr auf drei Monate in die Luft und zur Lebensweiſe der Heimat zurückzukehren.