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Der Löwenjäger / Jules Gerard. Nach dem Franz. von August Diezmann
Entstehung
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Der Löwe und ſeine Lebensweiſe. 7

In dem Alter von einem Jahre bis zu zwei Jahren werden ſie den Bewohnern der Umgegend wahrhaft verderblich, denn die Löwenfamilie tödtet nicht blos, um ſich von der Beute zu ſättigen, ſondern um tödten zu lernen. Es begreift ſich leicht, wie koſtſpie⸗ lig eine ſolche Lehrzeit für Diejenigen ſein muß, welche die Gegen⸗ ſtände zu liefern haben, an denen die jungen Löwen lernen.

Aber, fragt man vielleicht, warum laſſen die Araber durch die Löwen ſolchen Schaden ſich zufügen und machen nicht Jagd auf dieſelben? Man leſe nur das nächſte Kapitel.

Sind die Löwen drei Jahre alt, ſo verlaſſen ſie ihre Alten, um ſich zu paaren und die letztern ſorgen für eine neue Familie.

Ausgewachſen ſind die Löwen erſt mit acht Jahren. Dann haben ſie ihre ganze Kraft erlangt und der Löwe, der um ein Drittel größer iſt als die Löwin, hat die Mähne vollſtändig er⸗ halten. Die Löwen, die wild leben, vergleiche man durchaus mit den ausgearteten nicht, welche man in den Menagerien ſieht. Die letztern ſind ſehr jung geraubt worden und haben weder die Mut⸗ termilch, noch die freie Luft, noch auch eine geſunde, reichliche Nahrung gehabt. Die Folge davon iſt ein ſchwächlicher Wuchs, eine krankhafte Hagerkeit, ein trauriger Blick und der Mangel an voller Mähne, kurz ein Zuſtand, in dem ſie von ihres Glei⸗ chen in der Freiheit gänzlich verleugnet werden würden.

In Algier giebt es drei Arten Löwen: den ſchwarzen, den gelb⸗röthlichen und den grauen, welche bei den Arabern el adrea, el asfar und el zarzuri heißen.

Der ſchwarze Löwe, der viel ſeltener vorkommt als die beiden andern Arten, iſt etwas kleiner, aber ſtärker an Kopf, Schultern, Hüften und Beinen. Sein Fell hat die Farbe der dun⸗ kelbraunen Pferde bis zur Schulter, wo die lange und dichte Mähne beginnt, welche ihm ein nichts weniger als beruhigendes Ausſehn giebt. 1 3