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Der Löwenjäger / Jules Gerard. Nach dem Franz. von August Diezmann
Entstehung
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2 Der Löwe und ſeine Lebensweiſe.

als ſie ihn brüllen hörte. Die Liebhaber folgen ihr keck bis zu dem bevorzugten Nebenbuhler. Von langen Verhandlungen iſt nie die Rede und das Reſultat ſolcher Begegnungen zu jeder Zeit ſicher.

Der alte Löwe, der von den drei kecken Unerfahrenen ange⸗ fallen wird, empfängt ſie ohne ſich zu rühren; mit dem erſten gewaltigen Biſſe erwürgt er den Einen, mit dem zweiten zermalmt er dem Andern ein Bein und der Dritte kann froh ſein, wenn er mit einem Auge davon kommt und das andere an der Klaue des Siegers zurückläßt.

Iſt das Feld rein, ſo ſchüttelt das edle Thier die Mähne, die zum Theil wohl davon fliegt, dann ſtreckt er ſich demüthig bei der Löwin aus, die ihm, als erſtes Pfand ihrer Zuneigung, mit ſchmeichelnden Blicken die Wunden leckt, die er im Kampfe um ſie erhalten hat.

Treffen unter ſolchen Umſtänden zwei völlig ausgewachſene Löwen auf einander, ſo geht es anders zu. Ein Araber erzählte von dem Kampfe zweier ſolcher Löwenrivale, den er unfreiwillig mit angeſehen. Er befand ſich in einer ſchönen Mondſcheinnacht auf dem Anſtande auf Hirſche und war der größern Sicherheit wegen auf eine Eiche geſtiegen, die mitten auf einer lichten Stelle im Walde, nahe an einem Fußpfade, ſtand. Gegen Mitternacht ſah er eine Löwin mit einem Löwen ankommen, der bereits die vollſtändige Mähne hatte. Die Löwin verließ den Fußpfad und legte ſich unter der Eiche nieder. Der Löwe blieb auf dem Wege ſtehen und ſchien zu horchen. Bald ließ ſich in weiter Ferne ein Brüllen hören und ſogleich antwortete die Löwin darauf. Der Löwe aber, ihr Begleiter, brüllte ſo gewaltig, daß der Jäger auf der Eiche vor Entſetzen ſein Gewehr fallen ließ und ſich an die Aeſte anklammern mußte, um nicht ſelbſt herunter zu fallen.

Je näher der Löwe, der ſich zuerſt und in der Ferne hatte hören laſſen, zu kommen ſchien, um ſo eifriger antwortete die da⸗