—. 165— genſchaft des Pallaſtes bekannt gemacht; ich habe einen Mann, fuhr ſie fort, der an einer entkräftenden Krank⸗ heit darniederliegt; er hat nur wenige Zeit mehr zu le⸗ ben; ich habe ihn glücklich gemacht, allein ich habe ihn
betrogen; wenn er mich ausfragt, werden ſeine letzten
Augenblicke ſchrecklich ſeyn; ehe er ſtirbt, wird er ſich vielleicht rächen wollen!... Ich beruhigte Mirza über ihre Beſorgniſſe, indem ich ihr den Talisman anvertrau⸗ te; einen Monat darauf ſtarb ihr Mann, indem er ſanft in ihren Armen ſeinen Geiſt aushauchte, und den Him⸗ mel ſegnete, daß er, wie er ſagte, das tugendhafteſte Frauenzimmer zur Lebensgefährtin gehabt habe. Mirza, die nun Witwe geworden war, beſchwor mich ihr den Talisman bis zu ihrer Abreiſe zu laſſen, um ihren gu⸗ ten Namen zu erhalten, welchen ihr eine einzige neugie⸗ rige Frage in dieſem Pallaſte rauben könnte, wenn ſie nicht mehr dieß koſtbare Gegenmittel beſäße.
Mirza ſchien großen Antheil an mir zu nehmen; ſie iſt liebenswürdig und geiſtreich: ihre Geſellſchaft war nicht ohne Reize für mich; indeß fühlte ich doch, wie ge⸗ fährlich ſie für jeden andern werden könnte, weil ſie bei ſo viel Geiſt und Schönheit allein im Stande war, ſich zu verſtellen und ihre wahre Geſinnung zu verbergen;
ich verlangte von ihr, daß ſie in der Einſamkeit leben
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