199 MA regelmäßigen Züge das Himmelsgepräge zarter Sitte und Tugend, doch entfärbt und unbeweglich, wie eine Statue von Alabaſter,
ſcheint ſie von Leben verlaſſen, vom Hauche
der Empfindung nicht mehr beſeelt!— Nach langem Schweigen hob ſie an:„Ich weiß, Ihre Kinder ſind hier. Ich wünſchte ſie zu ſehen.“ So kalt ſprach ſie dieſe kurzen Worte⸗
daß Placide die Beſorgniß des ſchmerzlichen
Eindrucks verlor, den Theophils Gegenwart ihr verurſachen könnte. Er holte die Kinder, Placidien führte er an der Hand, Theophil folgteihnen. Kaum hat Bianca einen Blick auf das kleine Mädchen geworfen, ſo ſcheint die Bewegung in ihr zu erwachen, ihr Auge verweilt auf dem Kinde, ihre Wangen färben ſich, ihre Arme ſtrecken ſich aus, Placidia fliegt mit rührender Grazie an ihren Hals⸗ Bianea drückt ſie an ihre Bruſt, betrachtet ſie von neuem. Ihre Züge gewinnen wieder ihre vorige ausdruckvolle Sprache, Thränen ent⸗ rollen ihrem Auge.„O! welche Ähnlichkeit!“ ruft ſie aus!..„Wie alt iſt ſte?— Ich glaube vier bis fünf Jahre.“— Wie, Sie glauben
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