Teil eines Werkes 
2. Theil (1817)
Entstehung
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rr, 12

Trauer verkünden ſollte! Ich vernahm die mir bekannten Töne der Thalbewohner, und unterſchied die kunſtloſe reine Stimme mei⸗ ner ehemaligen Geliebten. Ines ſang die geiſtliche Hgymne, wozu ich die Muſik und den Text verfertigt hatte. Bey dieſem Ge⸗ ſange und dieſer Ceremonie, deſſen Zweck ich mir nicht erklären konnte, trat Ines in ihrer ganzen Unſchuld mir wieder vor die Augen. Plötzlich ſtieg in mir der Gedanke auf, daß ſie vielleicht nicht durch Verführung, ſondern bloß durch Täuſchung in dieſes Schloß ge⸗ bracht, und darin durch Kunſtgriffe der Bos⸗ heit zurück gehalten werde, deſſen ungeachtet aber ihre reine Unſchuld treu bewahre. So war das zerriſſene Band gegen meine Erwar⸗ tung von neuem geknüpft, und Bianca auf ewig für mich verloren. Die duntle Nacht verbarg ihr meine heftige Gemüthsbewegung, und während ich die Beute der ſchmerzvoll⸗ ſten Unruhe geworden war, ſaß ſie in heite⸗ rer neidenswerther Ruhe an meiner Seite. Wahrhaftig, mein lieber Placide, mir ge⸗ fällt dieſer ſonderbare Geſang, und die Stim⸗