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verſchwiegenen Herzen? Aber nun keine lange Reſerve! Heraus aus der Garniſon,— in's Feld, zur Parade! Ich commandire: Die Rechte vorrücken!“
Eben trat Marianne ein, und eilte die Gräfin zu begrüßen. Dieſe empfing ſie freundlich aber noch vor⸗ nehmer als ſonſt, und die Generalin richtete ein Paar ſcharfe Augen über die Schulter auf ſie.
„Und die liebe Adele, Ew. Gnaden?“ fragte Ma— rianne.
„Wir haben ſie mit nach Dahnſtein gehen laſſen,“ ſagte die Gräfin.„Auf ein paar Tage. Haben Sie die Zimmer für unſere liebe Generalin beſorgt?“
„Für die gnädige Frau?“ erwiderte Marianne mit fragendem Blick auf die finſtere Fremde.„Alles in Ordnung. Befehlen Sie nur daß ich Sie hinbegleite.“
„Sie haben Ihro Excellenz richtig erkannt, Fräu⸗ lein Weikart,“ lächelte Albert.„Entſchuldigen Sie, daß ich verſäumt, Sie der Frau Generalin vorzu⸗ ſtellen.“
Er that es jetzt förmlich, nahm aber um Marian⸗ nens Befangenheit zu verſtecken, einen noch luſtigeren Ton an, indem er ſagte: 2
„Wir haben freilich eine gute Beſchreibung von
Ihnen, meine Gnädigſte, wornach Fräulein Weikart
Ew. Excellenz leicht erkennen konnte.“ „Wer, wer hat mich beſchrieben?“ fragte ſie lebhaft.


