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Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 1
Entstehung
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ſeinen

ſon

Gräfin Gene⸗

früher

209

löhner im Wirthshauſe des Dorfes ihren Mittag hiel⸗ ten. Nach Tiſche trank er gern ſeinen Kaffe bei Heim⸗ berger.

Heute, wie durch eine unbewußte Sympathie des Sprüchwortes vom Haſen, der beſprochen aus dem nächſten Gehölze kommt, fiel die Unterhaltung beim Pfarrer auf die Generalin. Heimberger, bei aller Hu manität für die Schwächen der Menſchen, beſaß doch einen milden Humor, womit er die geſellſchaftlichen Wunderlichkeiten und alles lächerlich Engherzige gar ergötzlich betrachten konnte. Machen Sie ſich nur auf eine ſehr ſeltene Erſcheinung gefaßt, theuere Freundin! ſagte er zu Marianne.Die Generalin iſt als Witwe, wahrſcheinlich aus Kummer, noch ſtärker geworden und hat jetzt ganz das Ausſehen einer Statue, die bekanntlich in koloſſalem Maßſtabe ausgeführt wird. Auch iſt ihre Geſichtsfarbe ein wenig bronzirt. Den⸗ noch habe ich ſie vor ihrer Verheirathung als ganz hübſch gekannt. Sie war damals noch ſchlank; die Ge⸗ fühle ihrer Bruſt legten ſich noch nicht in ihrer jetzi⸗ gen Stärke an den Tag; das Herz ſpielte noch in angenehmer Lebhaftigkeit der Züge und viel klarerem Teint. Jetzt ſcheint die Leber mehr Einfluß gewonnen zu haben, und ſtört, wie in unſerer Adelskammer, von der rechten Seite aus die Conſtitution. Ich habe auch noch ihre erſte Liebe gekannt; denn der ſelige

Koenig, Marianne. I. 14