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Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 1
Entstehung
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„Erneſtine,“ rief Heimberger,„das verdient einen Kuß! Es lag mir doch ſo was im Gemüth, und Du haſt es gefunden. Wir wollen aber gar nichts weiter darüber ſagen, als daß unſer Häuschen den erſten Ge⸗ winn davon hat, daß ich euch geſegnet habe. Ja, ſehen Sie, Albert,— wir Pfaffen thun Nichts umſonſt!“

Alle fühlten im Stillen das Richtige des Frauen— blicks, und Marianne ſprach:

„Dann wollen wir aber Albert eine Strecke begleiten!“

Und das geſchah.

Draußen war eine ſtille, ſternhelle Nacht; ein ſanftes Lüftchen athmete vom ſchlummernden Walde nieder. Man wandelte, leiſe ſprechend, den Garten und den Fahrweg hinab bis an das Brückchen über den Bach. Hier blieb man ſtehen, und das Scheiden ward Allen ſchwer. Heimberger löſte die Gemüther durch einen Aufblick, indem er mit ſeiner klangvoll tiefen Stimme ſprach:

„Heilige Frühlingsnacht! Du ruhſt brütend über dieſen Thälern. Welch' tauſendfältiges Leben, welche Hoffnungen all' einer geſegneten Zukunft erwachen unter deinen warmen Flügeln, in den unzähligen Hälmchen und Knospen und Menſchenherzen! Ueber allen Gipfeln und Giebeln iſt Ruh'. Nur drüben im Park verſucht eine Nachtigall ihr Mailied, und dort unten rauſcht der Bach über das Mühlrad.“