ſe in,
195
„Nichts da von Reſignation, Marianne!“ rief Albert. „Her damit zu den Vorurtheilen, die wir abthuͤn und opfern! Wie könnteſt Du denn eben jetzt mich lieben ohne das Vertrauen, ich ſei all' dem was Du fürchteſt gewachſen um Deinetwillen und mit deinem Beiſtand? Wohl uns, Marianne, wenn wir einſt' unter dem Wal⸗ ten jener unbegreiflichen Macht, unter der das Menſchen⸗ herz ohnmächtig iſt, Hand in Hand den Muth und Troſt gewinnen uns zu demüthigen: doch Schmach über den Mann, der vor dem Wahn und der Wuth der Menſchen zurück bebt, und das Glück des Herzens fahren läßt, das er erkannt hat, und das ſich ihm frei darbietet! Würdeſt Du nicht dann erſt mich ver— lieren, wenn Du mich ſo unmännlich fändeſt? Nein, Marianne, hier unterm Zublinken des Abendſternes, der dort ſichtbar wird und gerade mit zunehmender Dunkelheit ſtrahlender herab leuchtet, ſchwöre ich Dir und gelobſt Du mir, daß wir treu zu einander halten, — bereit mit heiterm Muth allem zu ſtehen, was von Kampf oder Bosheit unſerm Bund entgegen treten mag. Nichts darf Deinen Glauben an mich, nichts ſoll mein Veytrauen zu Dir auch nur einen Augenblick trüben oder wankend machen. Deine Tugend und meine Ehre ſind über Alles erhaben, was die Tücke der Menſchen gegen ſie aufbringen mag. Du biſt mein, und unter dieſem Worte wird das verächtliche Lächeln
13


