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Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 1
Entstehung
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und daß Sidonie die Reiſegefährtin der geiſtreichen Prinzeſſin Mathilde war, und noch ihre Vertraute auch in Herzeusangelegenheiten iſt, ſetzt ſie denn in der hohen Geſellſchaft ohnehin auf einen aparten Stuhl. Indeß, wenn ihr Aeußeres höchſt anziehend für die Männer bleibt: ſo wandelt uns Frauen eine eigne Rückhaltung vor ihrem Innern an. Hinter das Auffällige ihrer Er⸗ ſcheinung zieht ſich eine geheimnißvolle Seele zurück. Sehr bezeichnend für dieſe beiden Richtungen ihres Weſens hat man zu ihrem Namen Sidonie ein Bei— wort gefunden, und nennt ſie, nach einem älteren Theaterſtücke, doppelſinnig—„„die Zauberin Sidonia““.

„Und ſie wird ſich davon doppelt geſchmeichelt fühlen, meine Gnädigſte?“ fragte Albert.

„Gewiß!“ erwiderte ſie.„Sie kennt dieſen Bei— namen, und iſt innerlich kühl genug, ſich über ihrer Bezauberung frei zu halten.“

„Kühl, ſagen Sie? Und der Graf nennt ſie feurig?“

„Ja, Lieber!“ lächelte ſie.„Es wiederholt ſich immer nur der erſte Widerſpruch zwiſchen ihrem Aeußern und Innern. Die Männer empfinden nur die ausſtrömende Wärme eines jugendlichen Temperaments; den Frauen aber bleibt die kühle Beſonnenheit der dahinter wohnenden Seele nicht unbemerkt. Und da Sidonie begreiflicherweiſe keine Hingebung für die von ihren Reizen Bezauberten hat, ſo thut ſie ſich deſto