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Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 1
Entstehung
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Art, wie er im tiefen Seſſel ruhend und auf den Knieen mit gefalteten Händen vorgebeugt ſprach, ließ vermu⸗ then, daß er ſich zugleich als ſein eigener Zuhörer gefiel.

Marianne, ihrer Sinnesart nach, weniger mit Ab⸗ ſicht beobachtend als fein empfindend, bemerkte an dem beredſamen Manne einen wunderlichen Widerſpruch der prieſterlich auf- und niedergeſchlagenen Augen mit den ſüß und ſaugend bewegten Lippen, wie ſolche mehr einem Gutſchmecker eigen zu ſein pflegen.

Indem nun der Pfarrer unvermerkt auf ſeine Stel⸗ lung zum gräflichen Hauſe kam, ſagte er zutraulich leiſe: „Hier, meine Liebe, berühren ſich unſere Lebenskreiſe; wir haben gemeinſchaftlich zu wirken, müſſen Vertrauen und O zuſammen zu halten— zu chriſtlichen Abſichten. Die Frau Gräfin iſt ſehr zufrieden mit Ihrem Franzöſiſch und glaubt, Sie müßten einige Zeit in Frankreich ge⸗

ffenheit zu einander faſſen und thun auch wohl,

weſen ſein. Sie wünſcht überhaupt etwas von Ihrem Bildungsgange zu wiſſen. Die Zeugniſſe, die wir von Ihnen erhalten haben, geben uns nur das ſchon erreichte Ziel Ihrer Vorbildung zu erkennen. Sie ſtehen fertig vor uns da.

Eigentlich war dies nur ein verſtecktes Verlangen des Pfarrers ſelbſt. Es lag nicht im Stolze der Grä⸗ fin, ſich um ihre dienenden Leute weiter zu bekümmern,