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Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 2
Entstehung
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mer ſchon neuer brem Be⸗ refühl hiu⸗ Adſonder⸗ rewöhnliche Neugierde muthungen fürchten, ne inter

n jungen

Doctor ſelbſt zuerſt beargwohnt worden, und dann weil es am Ort nicht an vornehmen Ruſſen, an ab- und zugehenden Fürſten und Diplomaten fehlte, denen nicht ſelten beſtellte Freundinnen oder verſuchende Abenteu— rerinnen nachziehen.

Der Doctor vermied daher gern die vornehme Ge⸗ ſellſchaft, und zog darum auch den Mittagtiſch in einem Gaſthofe zweiten Ranges der Wirthstafel in den beiden großen Hotels vor. Dort fanden ſich Gäſte aus den mittleren Klaſſen der Geſellſchaft, in Munterkeit unbe—

fangen ein, und zumeiſt waren es auch Schwaben, die

iſtt i ſchon vor dem feinen Norddeutſch ihre Fühlhörner zu⸗ rückziehen. Hier vernahmen unſere Freunde, daß man nachmittags das nahe Wirthshaus„zum Windhof,“ ein Viertelſtündchen anmuthigen Wieſenweges von den Anlagen am Flüßchen entfernt, zu beſuchen pflege. Sie entſchloſſen ſich daher dort ihren Kaffe zu nehmen.

Während Marianne ſich vorher ein wenig ausruhte,

beſprach der Doctor mit Frau Roſer die überraſchende

D Erſcheinung Sidoniens, in welcher ſie die Sängerin gleich wieder erkannt hatte. Die Zweifel und Unent⸗ ſchloſſenheit des jungen Mannes ängſtigten nun auch die gute Frau, die ſich in dieſen erſten Stunden nur in all' das Neue der Umgebung ſorglos zerſtreut hatte. Sie wußte freilich auch keinen beſtimmten Rath, meinte aber, daß es am Ende doch beſſer ſei, etwas Ueber⸗

Koenig, Marianne. II. 18