262 Der prächtige Saal war um dieſe Stunde noch un— beſucht bis auf ein Paar junger Damen, die ſich am aufgeſtellten Flügel übten. Von außen rauſchte der Springbrunnen, der ſein reichliches Waſſer über Stufenbecken ergießt, und ein kleines Amphitheater von Ruheplätzen unter Rankengewächſen kühl erhält.
Hier ließen ſich unſere Freunde nieder, da Ma— rianne zu ermüdeten Fußes war, um die Berganlage zu beſuchen, die von hier in gewundenen Pfaden hoch hinauf in den Wald führt.
Auf dem kleinen Platze vor dem Springbrunnen hatte der Photograph ſein tragbares Attelier aufge⸗ ſtellt, und erwartete die Geſellſchaft, die ihm hier ſitzen wollten. Da kam dem Doctor ein ahnungs⸗ voller Gedanke.—„Sehen wir doch einmal zu, was der ſo freundlich herauf lächelnde Künſtler kann!“ flüſterte er Mariannen zu.„Laſſen Sie ſich aufnehmen: es iſt ja ſchnell geſchehen, und wir ſind noch allein!“
Und ohne ihre beſtimmte Antwort abzuwarten, eilte er zu dem Manne, und beſprach ſeinen Einfall mit
Di D
ihm. ieſer war zu dergleichen Anforderungen vorbe⸗ reitet, und Marianne heiter genug keine Umſtände zu machen. Sie ließ den geſchäftigen Künſtler ihren Stuhl und ſich ſelbſt zurecht rücken in der Haltung einer Leſerin, die über einen off'nen Brief hinaus mit froher Erwartung in die Ferne blickt.


