d octor, e wohl
Nvielen
die Bäder nur wenige Schritte entfernt. Die Morgen⸗ und Abendmuſik ſpielte unter den Fenſtern, die tief herabgehend angenehme Sitze zum Ausſchauen darboten. Die Arkaden gegenüber waren der Sammelplatz für die Trinkenden am Vormittag und für die Abendgeſell⸗ ſchaften in großer Toilette.
Das Städtchen ſah noch jetzt nach dem feſtlichen Empfange der Kaiſerin aus. Die Hauptſtraße war noch mit Fichtenbäumchen beſteckt, die ſtatt der Birken als Maie gedient hatten; verwelkte Blumengewinde hingen unter den Fenſtern der alten Häuſer, und große Fahnen mit den würtemberger und ruſſiſchen Farben wehten von den Dächern der Gaſthäuſer herab.
Der feſtliche Eindruck des belebten Ortes, die heim— liche Erwartung unſerer Reiſenden ließ die Ermüdung nicht aufkommen, die ſonſt von einer längern Fahrt bei heißem Wetter mitgebracht wird. Am meiſten für die neuen Eindrücke offen zeigte ſich Frau Roſer, Ma⸗ riannens Ehrendame. Sie war freilich bei dem ängſtlichen Vorhaben der Reiſe am Entfernteſten betheiligt, wußte ihr Haus und Kind unter der Fürſorge einer verſtändigen Schweſter aus Nienſtedt, und freute ſich ihrer erſten größern Reiſe, zumal an einem glänzenden Badeort, wo ſie überdies auch, nach der Verſchreibung des Doctors, in einer neuen Toilette erſcheinen konnte. Sie fand,
hinter den traurigen Jahren ihrer Ehe her, im Herzen


