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Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 2
Entstehung
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geworden. Sie war zu einem Entſchluß gekommen, der den Sturm ihrer Seele verſöhnte.

Es klopfte⸗ wiederholt an ihre Thür, und die Haus⸗ frau rief ihren Namen. Marianne wollte für heut allein bleiben; ſie verſicherte, daß ſie wohl ſei und dankte für Abendbrod. Der Schmerz in ihrem Fuße war mit einer leichten Ausſcheidung an der gerötheten Stelle gewichen. Sie wandelte in träumeriſcher Unruhe zwiſchen dem geöffneten Klavier und dem offenen Fenſter hin und wieder. Bald trieb es ſie einzelne Accorde anzu⸗ ſchlagen, dann lockte es ſie wieder in die dämmernde Nacht hinaus zu blicken. Ein Abendlüftchen erhob ſich, und regte die Aeſte des Nußbaumes an; tauſend Regen⸗ tropfen fielen von Blatt zu Blatt, und Marianne lauſchte träumend dieſem traulichen Plaudern ihres alten, lieben Nachbars. Ein lichtgelber Saum umzog thalwärts den Abendhimmel; eine weißleuchtende Stelle ſtand hoch

über ihr am Himmel, und verklärte die Höhe des

Sommers, wie die Tonſur das Haupt eines ſegnenden Weltprieſters!

So ſchlug ihre Pendeluhr Mitternacht, als ſie, mit dem letzten tiefen Athemzug in den duftigen Garten, ihr Fenſter ſchloß und Licht anzündete, um den Schlaf zu verſuchen.

Ziemlich früh am andern Morgen ſtellte ſich der

junge Arzt zuerſt bei der Hausfrau ein. Er hoffte von