50 gern; ſo unerwünſcht ihm gerade jetzt, während Mariannens Krankheit und der Spannung mit der Mutter, eine ſolche Ehrenpflicht kommen mußte. Den— noch berührte ihn kein Argwohn, daß vielleicht die Gräfin ihre Hand dabei im Spiel habe; da ihm ja Graf Dahn ſchon früher einen Wink wegen einer ſolchen Einberufung gegeben hatte. Er fürchtete nur Mariannen zu erſchrecken, und beſprach ſich deshalb mit Heimberger, der es übernahm, ſie gleich zu beſuchen und vorzubereiten. Allein die Kranke, ſo beherzt als herzlich wie ſie war, nahm die Nachricht ſogar mit einer gewiſſen Zufriedenheit auf.
„Es iſt mir lieb, mein Albert,“ ſagte ſie,„daß Du durch eine höhere Angelegenheit in Anſpruch genommen wirſt, als die Sorge um mein kleines Leiden iſt. Nein, Albert, was ich auch durch Deine Entfernung entbehre: für Dich paßt es doch nicht ſo gänzlich in meiner Pflege und Unterhaltung aufzugehen. Nein, reiſe Du heiter hin, verbrauche die edle Zeit, die mir in Abwarten müßig hingeht, zu guten Zwecken und in edlem Genuß. Bereite Dein künftiges Wirken und Schaffen vor; mir hinterläſſeſt Du ja mit Deiner Liebe den unerſchöpflich ſten Stoff, von dieſer Zukunft zu träumen, und mich klar über alles zu machen, was ſie für mich zu leiſten und glücklich zu ſein mit ſich bringen wird. Bei Deiner
Wiederkehr denke ich Dir entgegen zu gehen, und wenn


