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Fritz Beutel : eine Münchhauseniade / von Hermann Marggraff
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an der Spitze, in das Theatergebäude Einlaß begehrte und erhielt. Sie wurden mir vorgeführt und der General redete mich folgender⸗ maßen an:

Excellenz! die geſammte Garniſon Sebaſtopols läßt Sie aufs dringendſte erſuchen, ſie ſämmtlich zu Kriegsgefangenen machen zu wollen. Es würde uns dies zur höchſten Ehre und zum ſchönſten Vergnügen gereichen. Wir können unſere Soldaten kaum noch halten, ſo ſehr verlangt es ſie, ſich in die Arme der weſtlichen Civiliſation zu ſtürzen, vorausgeſetzt, daß ſie dazu nichts weiter zu lernen brauchen. Wir haben gehört, daß mit dieſer Civiliſation ein ſehr gutes Leben verbunden iſt, und wir wünſchen daher, in die Capitulation die Be⸗ dingung aufgenommen zu ſehen, daß ſich die Garniſon kriegsgefangen ergibt, doch mit der ausdrücklich hinzugefügten Klauſeldes guten Lebens wegen, damit darüber ſpäter kein Irrthum obwalten kann.

Ich bin ein menſchenfreundlicher Mann und gönne Jedem und namentlich mir ſelbſt ein gutes Leben; ich willigte daher ein, und nahm in die Capitulation den weiteren Artikel auf: Die Beſatzung von Sebaſtopol ergibt ſich als kriegsgefangen, unter der ausdrücklichen Bedingung: des guten Lebens wegen.

Da ich nun dieſe Capitulation doch nicht einſeitig abſchließen konnte, ſo beſchloß ich, mit dem Actenſtück ſofort in das Hauptquartier der Verbündeten zurückzureiten, um die Unterſchrift meiner Col⸗ legen, der beiden Marſchälle, zu erhalten.

Als ich aus dem Theatergebäude auf den offenen Platz wieder hinaustrat, ſah ich die Krieger meiner Tochter damit beſchäftigt, ihre fliegenden Fiſche und Waſſereidechſen in den Fluthen des Hafenbaſſins zu baden und zu erfriſchen. Cigarretta ſelbſt aber ſtand in der Mitte des Platzes und plauderte ſehr vertraulich mit dem jungen Phanario⸗ ten Michael Kantſchukeno, was mich einigermaßen befremdete. Kaum nahm Kantſchukeno mich wahr, als er ſofort auf mich zutrat und ſagte: Excellenz, erlauben Sie mir, mich Ihren Sohn nennen zu dürfen, indem ich hiermit um die Hand Ihrer reizenden Tochter, der verwittweten Königin von Tua⸗Hateine, anhalte.

Meiner Tochter einen ſtrafenden Blick zuwerfend, antwortete ich: Hat das ſo große Eile? Ergibt ſich meine Tochter ſo ſchnell, wie