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ſtreckend: Himmliches Weſen! ſei meine Gattin, oder gib mir den Gnadenſtoß! Ich bemerkte, daß meine Tochter, als ſie des ſchönen Mannes anſichtig' wurde, zuſammenzuckte und darüber vergaß, den Ihrigen die nöthigen Befehle zu ertheilen, ſo daß die Reihen ihres fliegenden Heeres in Unordnung geriethen. Viele Krieger, von ruſ⸗ ſiſchen Kugeln getroffen, ſtürzten und manche Fiſche und Eidechſen, denen die Kraft oder der letzte Tropfen Waſſers in den Floſſen aus⸗ gegangen war, fielen auf den Erdboden, zappelten hier erbärmlich und wurden ſammt ihren Reitern von den Ruſſen mit Bayonnetten nieder⸗ geſtochen. Ich aber mit den Meinen ſah mich von allen Seiten her ſchwer bedrängt.
In dieſer äußerſten Noth fiel mir ein letztes äußerſtes Mittel ein. In den Seitentaſchen meines Waffenrocks trug ich einige Hefte der „Grenzboten“, mit deren unterhaltender Lectüre ich mich während meiner Mußeſtunden zu beſchäftigen pflegte. Dieſe fielen mir noch zu rechter Zeit ein, und da ich an ihrer Wirkſamkeit in wirklich kri⸗ tiſchen Augenblicken nicht zweifelte, zog ich einige derſelben heraus und warf ſie entſchloſſen mitten in das Quarré der Ruſſen.
Als die Ruſſen das Zeichen ſah'n Fiel ſie an der Verzweiflung Wahn— Sie glaubten ſich ſchon in der Hölle!
Kurz die Ruſſen ſchrieen entſetzt: die Grenzboten! die Grenzboten! und ſtoben nach allen Seiten auseinander. Wir ſtießen, wohin wir auch mit unſern Bayonnetten ſtießen, nun auf keinen Widerſtand mehr*).
Als Fürſt Mentſchikoff, der ſich im Theatergebäude befand, dieſes militäriſche Manöver und ſeine fürchterlichen Wirkungen wahrnahm, mochte er Alles verloren geben; denn er trat, ganz bleich im Geſicchte, in die Säulenhalle und rief mir zu:
*) Wenn ich mich vor zwanzig Jahren in derſelben kritiſchen Lage be⸗ funden hätte, würde ich das gleiche Manöver mit dem Menzel'ſchen„Literatur⸗ blatt“ verſucht haben, und ich zweifle nicht, daß es dieſelbe entſcheidende Wirkuug auf die Ruſſen hervorgebracht haben würde.
Anmerkung Fritz Beutel's im Manuſcript.


