Teil eines Werkes 
2 (1852)
Entstehung
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240 ſame Band des Reiches aus Souveränetätsſucht gelockert, und das geiſtige Band der Sprache durch ihre Vorliebe für Franzoſenthum verſchmäht. So hatte bei uns die hohe Ariſtokratie, die ſonſt den Stolz einer Nation ver⸗ tritt, das Ihrige gethan, einem Volke, dem ohnehin ein Streben in's Weite und Fremde eingefleiſcht iſt, ſein edelſtes Bewußtſein und Selbſtgefühl zu entfremden. Die beſten Söhne Deutſchlands erhoben ſtatt deſſen die un⸗ ſerer Weltbeſtimmung entſprechende Idee der Humanität, und ſuchten den Adel des nationalen Gemüths in Welt⸗ bürgerthum auszuprägen. Und mußte dies, gerade da⸗ mals ſo lebhafte Gefühl nicht mit doppelter Macht die Seele eines Mannes bewegen, der durch eine frühe Welt⸗

fahrt ſchon die Knabenbruſt für das mannichfaltigſte Völ⸗ kerleben erweitert, und einem engern Vaterlande kaum angehört hatte?

So kam es denn auch, daß die auf dem Heerd einer Revolution erweckte Idee der Freiheit, die ebenfalls ſo lange in der Seele der Deutſchen erloſchen war, mehr an unſerm Weltbürgerſinn aufloderte, als daß ſie ihre Weltwirkſamkeit im Selbſt- und Kraftgefühle der Nation geſucht hätte. Die Freiheit erſchien als eine Göttin, die den zartſinnigen Seelen eine ſtumme Anbetung auferlegte, „von den muthig begeiſterten Herzen aber im Nothfalle auch das Opfer des Vaterlandes für jene Millionen zu fodern ſchien, die von der himmliſchen Erſcheinung ver⸗ wirrt, aus tyranniſtrtem Volksthume vor allem zur

edeln Menſchheit erlöst werden ſollten. Befremdet uns aber eine ſolche Verwirrung und Verirrung der Begriffe und Empfindungen gerade bei