—
216 ner zu faſſen und des Franzoſenhaſſes zu verdächtigen. Es gelang ihnen Cüſtine ſo ſehr gegen ihn zu ent⸗ rüſten, daß dieſer Eroberer in der Sitzung des folgen⸗ den Tages erſchien, und von der Rednerbühne herab ſich, wenn er Gebrauch davon machen wollte, für mäch⸗ tig erklärte, den Bürger Hofmann wegen Beſchimpfung der freien, erhabenen Nation der Franzoſen an einem in der Stadt errichteten Galgen aufhängen zu laſſen.
In dieſen ſtürmiſchen Sitzungen, in welchen die Angegriffenen ſich zu rechtfertigen, ihre Gegner ſie zu überbieten ſuchten, finden wir Forſtern auf dem heißen Präſidentenſtuhle. Er nahm ihn mit anerkannter guten Haltung ein. Die Umſtände erfoderten Mäßigung und Klugheit. Das gegen Dorſch aufgehetzte Publikum miſchte ſich mit ſolcher leidenſchaftlichen Parteilichkeit in die Verhandlung, daß es bedenklich ward, über Recht oder Beleidigung abſtimmen zu laſſen. Forſter nahm ſich zuſammen in einer Rede, worin er den ganzen Streit und Sturm auf die Sandbank eines Mißverſtändniſſſes lenkte, und zur Vergeſſenheit und Vereinigung rieth. Ein Gegenſturm des Beifalls ſtellte eine beruhigte At⸗ moſphäre her. Die Protokolle beider Sitzungen wurden der Vergeſſenheit zu lieb,— als ob nichts geſchehen wäre, vernichtet.—
Nur Dorſch war unzufrieden, und hätte lieber die
Sache auf's äußerſte getrieben geſehen. Auch Hofmann's Anhängerſchaft ruhte noch nicht ganz. Die jungen Leute, von des Coadjutors Partei gehetzt, brachten es in einer ſpätern Sitzung dahin, daß zu Hofmann's Gunſten eine


