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Alexander von Humboldt, ſeit 1788 in Göttingen ſtudirend, hatte im Heyne'ſchen Hauſe Forſtern kennen ge⸗ lernt, als dieſer, von Wilna dahin zurückgekehrt, eine neue Beſtimmung abwartete. Der Weltumſegler zog ihn an; die Erzählungen aus der Südſee nährten in der Bruſt des Jünglings die frühen transatlantiſchen Träume und den Drang, jene fabelhaften Welttheile zu ſehen, die eben ſo lebhaft, als ſie ſeine Phantaſte beſchäftigten, den ihm eingepflanzten Forſchungstrieb reizten. Wie von einer höhern Miſſion getrieben, erſchien nun der 2 jährige junge Mann in Mainz, um die Reiſe nach England mitzumachen. Es war, als ob er unter des Weltum⸗ ſeglers erweckender Anleitung eine Vorſchule zu den gro⸗ ßen Weltfahrten machen wollte, die an Umfang und Vielſeitigkeit der Erforſchungen, Beobachtungen und Mit⸗ theilungen Forſter's jugendliche Seereiſe weit übertreffen.
Von ſolcher Beſtimmung des jungen Mannes hätte Forſter ſich damals nichts träumen laſſen; zumal Hum⸗ boldt von ſchwächlichem Ausſehen, fortwährend mit ſeiner Geſundheit zu kämpfen hatte. In einem Brief an Ja⸗ cobi bemerkt der Freund, indem er bedauert, daß Wil⸗ helm v. Humboldt, der ältere Bruder, aller öffentlichen Thätigkeit entſagen wolle:»deſto mehr wird Alexander wirken und treiben wollen, und hat den Körper nicht dazu.«
Wie verhängnißvoll muß uns heute jene Zuſam⸗ menkunft Humboldt's mit Forſtern erſcheinen,— ein zartes Reis, zu einer erſtaunlichen Ausbreitung auf einen abſtändigen Stamm gepfropft! Es war der Moment, in welchem unſerm Forſter ſeine alte Weltbeſtimmung


