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Frauenhand fand ſich in Mainz: eine Demoiſelle Weikard lieferte Theaterſtücke.
Wirklich hatte das fromme Herrchen ſeit ſeiner Be⸗ kehrung oder Verkehrung in ein luſtiges Herrchen auch das Theater wieder in Gnaden aufgenommen, und ſogar einen Muſentempel errichtet, dürftig ausſehend, aber in⸗ nerlich von den Geſtalten des klaſſiſchen Drama belebt. Ein Dalberg war Intendant, mit beſſerer Vorbedeutung des Namens, als der Theaterdichter, genannt Schmieder. Großmann als Bühnendirector hatte aus den beſten Glie⸗ dern verſchiedner Geſellſchaften ein tüchtiges Enſemble ge⸗ bildet, deſſen Darſtellungen eine Zeitlang mit Frankfurt wechſelten.
Und hier im Parterre begegnen wir denn auch noch einmal dem mainzer Bürgerſtande. Dieſe Klaſſe der Bevölkerung war nun beſſer dran, als vor Emmerich Joſeph's Regierung. Weitzel bezeugt, wie leicht es dem Bürger fiel, ſich und die Seinigen ohne beſondre An— ſtrengung zu ernähren.»Der Hof, der Adel, die zahl— reiche Geiſtlichkeit, die es ſich alle beqguem und angenehm zu machen wußten, die verſchiednen Collegien der Ver⸗ waltung, die Univerſität, das Militär ſetzten ein ſchönes Geld in Umlauf, und gaben jedem, der beſchäftigt ſein wollte, ein gemächliches Auskommen. Überdies war die Stadt von vielen Laſten frei, die auf dem Lande lagen. Im geſelligen Umgang herrſchte wenig Zwang. Ein fröh— liches Wohlleben war allgemein verbreitet, und die an— geborne Offenheit, das ſorgloſe Weſen des Rheinländers, wie die herrliche Natur, die ihn umgiebt, unterhielten eine rege Bewegung in Luſt und Freude.«


