verführte.“ Es waren die aufgefangenen und in’'s Publikum gebrachten Briefe des Beiden perſönlich be⸗ kannten Domherrn an ſeine Geliebte, eine Kammer⸗ jungfer, die zufällig Evchen hieß. So heiter und mate⸗ riell beide Aerzte eben geſtimmt waren, fühlten ſie ſich doch angewidert von der rohen und geſchmackloſen Un ſittlichkeit des Briefſtellers, der in Kirche und Staat, ſelbſt am proteſtantiſchen Hof eine ſo reſpectable Stel⸗ lung eingenommen hatte.— Das iſt es eben, ſagte der Arzt, was dieſen Zwiſchenfall geiſtlicher Beſtrebun gen ſo fatal und ärgerlich machte. An dem Verhältniß ſelbſt iſt ja nichts, was im Revier des Cölibats nicht oft genug vorkäme: aber daß gerade jetzt, wo das Schifflein Petri, Kapitän Loyola, ausdrücklich vor Anker liegt, um den Proteſtantismus als Paſſagier mit allem wiſſenſchaftlichen Gepäck als Paſſagiergut aufzu nehmen, ein Unterſteuermann ſolche ſchmutzige Flagge aufhißte, das war's, was hohe Eiferer krank machen konnte—
Wir verlaſſen beide Freunde bei ihrer flüſternden Unterhaltung und ſehen uns nach unſerem liebenden Paar um.
Jetzt erſt, nachdem mit den eingelöſten Papieren auch dieſer Dunſtſchweif des Unglücks⸗Kometen Reiſig unter Klara's Horizont verſchwunden war, athmete ſie
auf und blickte freien, ungetheilten Gemüths in ihre


