NmMf
419
die wechſelnden Lagen einer wandelbaren, auf Entwick
lung angelegten Welt zu begreifen und dieſer ewigen Wahrheit zu dienen geſucht: ſo wäre dem Chriſtenthum allerdings die ihr ſo fatale Reformation erſpart wor⸗ den,— jene feindliche Scheidung des freien und des gefeſſelten Glaubens, und es wäre dann auch nicht zu unſerm Nationalunheil politiſcher Spaltung gekommen. Ja doch, ihr jeſuitiſchen Schreier, die Reformation hat allerdings dieſen Bruch herbeigeführt,— ver⸗ ſchuldet aber hat ihn Rom, das die Reformation nöthig gemacht hatte; denn dieſe war damals ein höheres Bedürfniß des chriſtlichen, ja des menſchlichen Geiſtes. Nun wäre es wenigſtens das letzte Heil, daß man dieſe beiden geſonderten Kreiſe der Wahrheit, da ſie nicht concentriſch ausgefallen ſind, friedlich neben einander wirken ließe,— das Walten des Autori⸗ tätsglaubens und des gläubigen Forſchens, der gebun⸗ denen und der freien Andacht, daß man ohne Unmuth und Hintertreibung jedem Herzen überließe, da oder dort ſeinen Frieden zu ſuchen, ſein Bedürfniß zu be⸗ friedigen, bis die fortſchreitende Bildung vielleicht wie— der zur Vereinigung deſſen fuͤhrte, was getrennt nie⸗ mals eine allgemeine Macht über die Völker gewinnen wird. Statt deſſen erblicken wir ein fanatiſches Trei⸗ ben, das jedem edeln Herzen den tridentiniſchen Fluch auspreßt: Wenn Einer lehrt,— auf unſrer Seite
27*
—————„ —— ſſn——
7
—
—
8*
——
—
—,—
—
4ℳ + 1 V 1


