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Seltsame Geschichten / erzählt von Heinrich Koenig
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den. Aber auch Klara machte eine neue Erfahrung. Indem ſie nämlich mit dem ernſten Vorſatze gekommen war, nicht ſobald wieder für einen Zugvogel von irgend einem ſchriftſtelleriſchen Gefieder zu ſchwärmen, hatte ſie noch nicht bedacht, daß ein großer Unterſchied ſei zwiſchen den Empfindungen, die aus der Voraus⸗ ſetzung und denen, die aus dem Eindruck von einer Perſönlichkeit entſpringen, und daß man von jenen leicht zurückkommen, von dieſen aber noch leichter mit⸗ genommen werden könne.

Eine glückliche Fügung kam dazu, beide junge Be⸗ kannte leichter zu vermitteln: alle Anſichten nämlich, die der liebenswürdige Poet in munterm Geſpräch vorbrachte, riefen wenn auch nicht immer eine lebhafte Uebereinſtimmung bei Klara, doch nur einen ſolchen Widerſpruch hervor, der gerade dadurch gefiel, daß er die witzigen, geiſtreichen, oft aber etwas einſeitigen Gedankenſprünge Firnewalts durch eine warme und ſeelenvolle Erinnerung ergänzte und in ihren Anſichten erweiterte.

Sobald der Thee getrunken war, und man den jungen Gaſt an die Lectüre des verſprochenen Aufſatzes oder Briefes erinnerte, ſagte er:

Gut, daß Sie es gleich ſelbſt als einen Brief be⸗ zeichnen! So mag es ſeine Entſchuldigung finden,

wenn darin eine ſo verhängnißvolle Erſcheinung der

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