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Seltsame Geschichten / erzählt von Heinrich Koenig
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Verbindung mit der Bremer„Deutſchen Geſellſchaft“ geführt wurde.

Eben war er als Lehrer der hiſtoriſchen und ſchönen Wiſſenſchaften angeſtellt worden, als ſein fuͤrſtlicher Gönner ſtarb.

Mit der ganzen Schmiegſamkeit, die ſeinem Vater gefehlt hatte, ſuchte nun Caſparſon ſein Glück beim neuen Landgrafen. Mit Lobgedichten auf ſchwungvollen Füßen der Ode war es bisher gut gefahren; aber es galt den rechten Zugang zum jetzigen Fürſten. Dieſer fand ſich,— wenig poetiſch, aber ſo charakterſſtiſch, daß uns die Leſer wohl verzeihen werden, wenn wir ihn audeuten.

Landgraf Friedrich war ein ſtarker Eſſer mit einer Leibesbeſchaffenheit, die ihm nach jeder Mahlzeit eine Taſſe Rhabarber räthlich machte. Doch da dieſer Rath ſich nicht immer prompt und ausgiebig erwies, ſo hielt ſich der lebhafte Herr noch einen beſondern— Aſſiſtenz⸗ rath zur Unterhaltung an einem geheimen Ort. Gewiß ein Mann des engſten Vertrauens, aber darum auch ein ſehr geplagter Mann! Denn da er bald genug in den Geruch eines aparten Einfluſſes beim Fürſten kam, ſah er ſich von Supplikanten aller Art heimgeſucht, die ihm ihre hundertfachen Anliegen für den günſtigſten

Augenblick des Fürſten aufnöthigten.

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